Abgeltungsteuer 2009
Die Unternehmens-Steuerreform der Koalition betrifft auch alle Kleinanleger. Ab 2009 sollen Kapital-Erträge über die Abgeltung-Steuer mit pauschal 25% besteuert werden. Die Abgeltungs-Steuer ist eine Quellensteuer, denn die Steuer wird direkt von der Bank an den Fiskus abgeführt. Durch die Einführung dieser Quellensteuer entfällt dann die Spekulationsfrist auf private Wertpapiergeschäfte (Kursgewinne werden steuerpflichtig, wenn sie in der Spekulationsfrist, diese beträgt 1 Jahr, realisiert werden und wenn sie die Freigrenze von 512 Euro/Jahr überschreiten).
Diese pauschale Abgabe durch die Abgeltungsteuer ist ganz anders als die anderen deutschen Steuerarten: bisher wird bei der Besteuerung der Einkünfte nach dem Leistungsprinzip vorgegangen, d.h. wer viel verdient zahlt viele Steuern, wer weniger verdient entsprechend weniger. Hierzu gibt es einen variablen Einkommensteuersatz von momentan 15 bis 42 Prozent, je nach Höhe des Einkommens. Die Abgeltungsteuer hingegen wird unabhängig vom Verdienst immer 25 Prozent betragen, so daß Geringverdiener genauso viel Steuern zahlen wie Großverdiener.
Die Abgeltungsteuer hat in der praktischen Ausführung viele Vorteile: die meisten Steuerpflichtigen müssen dem Finanzamt gegenüber keine gesonderte Erklärung über die Kapital-Einkünfte mehr geben, die Steuerschuld wird direkt vom Geldinstitut an das Finanzamt abgeführt. Wenn allerdings der abzuführende Steuerbetrag höher wäre als der nach dem persönlichen Steuersatz abzuführende Betrag kann sich der Anleger die Differenz dazu per Steuererklärung vom Finanzamt zurückholen. Versäumt er dies dann behält das Finanzamt die zuviel bezahlten Steuern ein.
Im Gegenzug zu dieser neuen Steuer verspricht der Finanzminister, daß es zukünftig keine Kontenabfragen mehr geben und damit das Bankgeheimnis wieder besser geschützt sein soll. Das Ausland hat mit dieser Art der Steuer, der sog. Quellensteuer, bereits gute Erfahrungen gemacht. In Österreich stieg das Steueraufkommen nach Einführung der Quellensteuer in 1993 an, da sich die Steuerflucht nicht mehr lohnt und mehr Geld im Land bleibt.
Autor: Redaktion