Borreliose durch Zeckenstich?
Bei der Borreliose handelt es sich um eine Krankheit, die die inneren Organe befällt. Überträger sind blutsaugende Insekten wie die Pferdebremse oder die Zecke. Der Auslöser der Borreliose ist das schraubenförmige Bakterium „Borrelia burgdorferi" (=Borrelien), das in kleinen Nagern wie Mäusen und Ratten vorkommt und von dort über Zecken auf den Menschen übertragen werden kann.
Der größte Teil der befallenen Personen hat ein so starkes Immunsystem, dass die Borreliose - oft unbemerkt - unbehandelt komplett ausheilt. Wenn der Patient über typische Symptome wie die Wanderröte oder grippeähnliche Symptome klagt, dann ist eine Antibiotika-Behandlung in den meisten Fällen erfolgreich, je früher diese einsetzt um so besser. Bei der chronischen Borreliose treten Entzündungen der Gelenke und der inneren Organe auf, die die Lebensqualität stark mindern können.
Nach Angaben des Robert-Koch-Institues erkranken 0,3 bis 1,4 Prozent der Bevölkerung nach einem Zeckenstich an Borreliose. Etwa jede fünfte Zecke in Europa trägt den Erreger in sich und so werden pro Jahr ca. 60.000 Menschen mit dieser Krankheit infiziert. Der Ansteckungszeitraum beträgt März bis Oktober mit einer hohen Rate in den heißen Monaten Juni und Juli.
Wenn Sie bei sich einen Zeckenstich feststellen dann gilt es, die Zecke so rasch wie möglich und ohne diese zu quetschen zu entfernen. Die Borrelien befinden sich im Zeckendarm und brauchen in der Regel mehrere Stunden, bis sie auf den Wirt übertragen werden.
Grosse Zecken können mit den Fingernägeln oder Zeckenzangen meist problemlos mit gleichmäßigem Zug herausgezogen werden. Verbleibt dabei der Saugrüssel in der Haut so ist dies nicht problematisch, da dieser keine Borrelien enthält und nach einiger Zeit vom Organismus ausgeschieden wird.
Bei kleinen Zecken brauchen Sie dementsprechend eine kleine Pinzette. Hier ist es auch hilfreich, die Zecke mit Kältespray einzunebeln. Achten Sie nur auf jeden Fall darauf, die Zecke nicht zu zerquetschen, da sie so die Borrelien in die Haut drücken könnten. Verzichten sie auch auf Öl, Klebstoff o.ä.. Die Stichstelle sollten Sie nach dem Entfernen der Zecke mit etwas Alkohol desinfizieren.
Eine Zeckenschutzimfung schützt nicht vor der Borreliose, ebenso kann diese nicht 100% durch einen Bluttest nachgewiesen werden. Typische Symptome sind Hautveränderungen rund um die Bissstelle (Wanderröte), die sie evt. fotografieren sollten um sie dem Arzt zeigen zu können.
Bei Spaziergängen und Wanderungen sollten Sie Wegeränder und schmale Steige oder Pfade so gut es geht meiden. Zecken fallen nicht von Bäumen, da sie in einer Höhe von mehr als 1 Meter gar nicht vorkommen. Die Zecken warten still sitzend auf Blättern, Zweigen oder an Gräserspitzen in einer Höhe bis 1 m auf ihre Beute, lassen sich von Tieren und Menschen abstreifen und suchen auf ihnen innerhalb von Stunden warme, feuchte, gut durchblutete Stellen auf und beginnen dann dort ihre Blutmahlzeit.
Daher empfiehlt sich hier eine möglichst undurchlässige, helle Kleidung, auf der die Zecken gut erkannt werden können. Da der Zeckenstich meist unbemerkt abläuft (die Zecke spritzt einen betäubenden Stoff in die Bissstelle), hilft regelmäßiges Absuche nach Zecken am meisten. Sie können auch sog. Repellents verwenden, also Stoffe die die Zecken abschrecken sollen. Diese halten meist 4 Stunden vor, sind aber nicht absolut zuverlässig.
Autor: M. Plank
Mit freundlicher Unterstützung von Dr. Tobisch, http://www.borreliose-initiative-berlin-brandenburg.de/