Der Drehmomentschlüssel
Allgemeines
Bei einem Drehmomentschlüssel handelt es sich um ein Spezialwerkzeug aus dem Bereich der Montage-
Technik.
Er ist eine besondere Form der Umschaltknarre (umgangssprachlich auch Ratsche oder Knarre genannt) bei
der man die Anzugkraft (Drehmoment) einstellen kann um eine Schraube oder Mutter mit einer bestimmten
Kraft anzuziehen. Hierdurch wird unter anderem vermieden, dass das Gewinde zur zu starke
Kraftaufwendung beschädigt wird.
Den Drehmomentschlüssel gibt es in verschiedenen Längen und Ausführungen mit jeweils unterschiedlichen
Anzugsbereichen, die in der Krafteinheit Newtonmeter (NM) angegeben werden.
Die theoretische Grenze eines Drehmomentschlüssels liegt bei 1.500 NM. Höhere Werte sind i.d.R. nur mit
Hilfe eines Drehmomentvervielfältigers zu erreichen.
Einsatzgebiet
Im Kfz Bereich wird ein Drehmomentschlüssel häufig zum Anziehen der Radmuttern verwendet.
Aber auch in der Medizin werden Drehmomentschlüssel in der entsprechenden Ausführung zum Beispiel für
die Befestigung von Zahnimplantaten oder künstlicher Hüftgelenke eingesetzt. Auch in der Luft- und
Raumfahrttechnik und im Maschinenbau muss häufig drehmomentgenau gearbeitet werden.
Prinzipien
Man unterscheidet zum einen in mechanische und zum anderen in elektronische Drehmomentschlüssel.
Ausserdem unterscheidet man bei den mechanischen Drehmomentschlüssel in sog. Knickschlüssel, die bei
Erreichen des gewünschten Drehmomentes abknicken oder abbrechen, und in sog. Knackschlüssel, bei
denen das Erreichen des Drehmomentes durch ein Signal angezeigt wird. Daraufhin muss der Benutzer den
Vorgang abbrechen.
Bei elektronischen Drehmomentschlüssel wird das Erreichen des gewünschten Drehmomentes optisch oder
akustisch angezeigt, woraufhin auch hier der Benutzer den Vorgang abbrechen muss.
Sonstiges
Drehmomentwerkzeuge unterliegen der Norm EN ISO 6789:2003. Diese empfiehlt ein Rekalibrierintervall
nach einer Gebrauchsdauer von in der Regel ca. 12 Monaten oder ca. 5000 Anwendungen. Dies ist
erforderlich da Feder und Begrenzungsmechanismus dem Verschleiß unterliegen.
Autor:
Norman Schmidt
webmaster(at)werkzeughandel-schmidt.de