Die Entstehung der Krankenversicherung im 20. Jahrhundert
Die Krankenversicherung, wie wir sie heute kennen, mit Gesetzlicher Krankenkasse und Privater Krankenversicherung, gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. Vorher mußten die Kranken sich selbst versorgen oder die Kosten für einen Arzt aus eigener Tasche bezahlen. Ein großer Wachstumsschub kam für die Versicherungen in der großen Depression in den 30iger Jahren. So wurden die Krankenversicherungen wie die PKV, die meist nur ein Anhängsel der Lebensversicherung waren oder als Sachversicherungen geführt wurden, als eigene Sparte ins Leben gerufen. Starke Triebfeder hinter dem Entstehen der Krankenversicherungen waren die Ärzte, die finanziell darunter litten, immer öfter die Patienten behandeln zu müssen, ohne dafür bezahlt zu werden. So ist z.B. die Blue Cross Versicherung in Dallas Texas aus einer Kooperation zwischen einem Krankenhaus und einer Schule hervorgegangen. Die Lehrer zahlten einen Teil ihres Einkommens an das Krankenhaus und bekamen dafür freie medizinische Versorgung. Daraus sind neben Blue Cross und Blue Shiedl die heute großen amerikanischen Versicherungsanbieter geworden. Merkwürdigerweise scheint sich, seit es eine regulierte Finanzierung der Krankenversicherungskosten durch die Pflichtversicherung gibt, eine immer größere Ausweitung der medizinischen Leistungen zu entwickeln. So wuchs der Anteil der Gesundheitsausgaben am gesamten Bruttosozialprodukt in den 60er Jahren von 6 % auf 12 % in den 80er und auf heute 20% in den USA. Wobei die Werte auf andere Industrieländer übertragbar sind. Kritikwürdig ist schon die Berechnung der Gesundheitskosten als volkswirtschaftliche Leistung. Die Heilung und gesundheitliche Versorgung der Menschen ist, auf ein Unternehmen übertragen, eine Instandhaltung der Betriebsausstattung und wird betriebswirtschaftlich unter den Kosten, nicht unter den Einnahmen erfaßt. Das wäre auch im Bereich der Gesundheitskosten ein sinnvoller Ansatz.
Autor:
Ulrich Lindemann
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