Datum: 08.02.2012

Fett-weg-Spritze



Grundinformationen zur Fett-weg-Spritze

 

Im nächsten Zyklus des Fettsäureabbaus wird wiederum ein C2-Bruchstück abgespalten und als Acetyl-CoA freigesetzt. Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis die gesamte Fettsäure zu Acetyl-CoA abgebaut ist, bei Palmitinsäure also 7-mal, bei Stearinsäure 8-mal. Dieses Prinzip macht sich auch die Fett-weg-Spritze oder Injektions-Lipolyse zu nutzen. Acetyl-CoA wird schließlich in den Citratzyklus eingeschleust und zu CO2 und Coenzym-gebundenem Wasserstoff abgebaut, der für die Atmungskettenphosphorylierung eingesetzt wird Auch die bei der ß-Oxidation reduzierten Coenzyme (NADH+H+ und FADH2) übertragen Wasserstoff und die Atmungskette.

 

Die Kapazität der enzymatischen Reaktionen bei der ß-Oxidation ist begrenzt. Werden bei gesteigerter Lipolyse, d. h. bei übermäßiger Spaltung von Triacylglycerolen (Triglyceriden) in den Fettdepots in Folge von langandauerndem Hunger oder Insulinmangel vermehrt freie Fettsäuren mobilisiert, so können die Zellen der peripheren Organe diese nicht mehr im erforderlichen Umfang verstoffwechseln. In diesem Fall werden freie Fettsäuren vermehrt in die Leber aufgenommen und dort oxidiert, siehe Fett-weg-Spritze und Injektions-Lipolyse. Da nur ein Bruchteil der dabei gebildeten aktivierten Essigsäure in die Endoxidation eingeführt werden kann (hohe ATP-Konzentrationen hemmen den Citratzyklus und die Atmungskette), wird der überwiegende Anteil der aktivierten Essigsäure zur Bildung von sogenannten Ketonkörpern verwendet: Es entstehen Acetacetat und ß-Hydroxybutyrat (das kein Keton ist). Aus Acetoacetat bildet sich außerdem durch spontane Decarboxylierung Aceton. Die Ketonkörper werden in den Blutstrom abgegeben und können von anderen Organen, insbesondere von Muskel und Gehörn zur Energiegewinnung genutzt werden. Im langandauernden Hungerzustand und bei Insulinmangel (Diabetes mellitus) steigt ihre Konzentration so stark an, dass sich durch die Carbonsäuregruppe eine Azidose ausbildet, welche die Pufferkapazität des Blutes stark belastet. Die mit dem Konzentrationsanstieg von Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat verbundene Ansäuerung des Blutes bezeichnet man als Ketoazidose.

 

Kurt Schaefer

links@belladerma.de

 


_