Datum: 08.02.2012

Handelsliberalisierung



Unter Handelsliberalisierung versteht man den freien Handel von Gütern zwischen Menschen in verschiedenen Staaten. Nach ökonomischer Ansicht dient Handelsliberalisierung (Freihandel) der Wohlfahrt eines Landes mehr als Protektionismus. In einer offenen Volkswirtschaft können sich Güter, Kapital und Faktoren (Arbeitskräfte) frei bewegen. Ein Land gilt als offene  Volkswirtschaft, wenn keines der folgenden fünf Kriterien erfüllt ist:

1. Nicht-tarifäre Handelshemmnisse bei mehr als 40% der Handelsgüter

2. Durchschnittliche Zollsätze mehr als 40%

3. Schwarzmarktwechselkurse mindestens 20% unter offiziellem Kurs

4. Sozialistisches Wirtschaftssystem

5. Staatliche Monopole bei den wichtigen Exportgütern.

Wenn diese fünf Kriterien erfüllt sind, gilt ein Land als eine geschlossene Volkswirtschaft.

Im Vergleich zu geschlossenen Entwicklungsländern wachsen die offenen Entwicklungsländer um 3 Prozentpunkte schneller.

Handelsliberalisierung mindert Armut und fördert Wachstum auf dem internationalen Niveau über:

– besseren Zugang zu Kapitalgüterimporten,

– Preissenkungen bei importierbaren Kapitalgütern und Zwischenprodukten, die zusätzliche Investitionen anregen,

– höhere Innovationsdynamik in Folge steigender Wettbewerbsintensität,

– schnellere und kostengünstigere weltweite Verbreitung des neu geschaffenen technischen Wissens.

Internationales Freihandel hat folgende Vorteile:

– Wohlfahrtsgewinne aus Spezialisierung und internationale Arbeitsteilung gemäß komparativen Kostenvorteilen

– Realisierung grössenabhängiger Kostenersparnisse, Annäherung an optimale Betriebsgrößen

– Abbau/Verhinderung von Monopolpositionen

– Förderung von Innovationen (techn. Fortschritt) und Wachstum

– verbesserte Bedarfsbefriedigung durch Produktdifferenzierung

 Die Welthandelsorganisation (WTO) fördert die Bildung von Freihandelszonen, den Abschluss von Freihandelsabkommen und beschäftigt sich mit der Regelung von Handels- und Wirtschaftsbeziehungen. Eine der wichtigsten Aufgaben der Welthandelsorganisation ist die regelmäßige Überprüfung der Handelspolitiken der Mitglieder. Die Häufigkeit der Überprüfungen der einzelnen Staaten hängt von ihrem Anteil am Welthandel ab.

 

Autor: S. Shramko


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