Datum: 08.02.2012

Inflation und Geldanlage



Viele Sparer sind achten bei der Auswahl geeigneter Sparformen mangels Kenntnis auf die Höhe der Zinsen im Vergleich zur Inflation. Damit lassen sie eine der wichtigsten Grundregeln der Geldanlage außer Acht: das Erzielen einer positiven Rendite nach Steuern und Inflation. Welchen Einfluss die Inflation auf die tatsächliche Rendite haben kann, versuchen wir nachfolgend zu erklären. Unter Inflation versteht man den Kaufkraftverlust von Geld durch die Verteuerung von Waren und Dienstleistungen. Anders ausgedrückt gibt sie an, wie viel Prozent eines bestimmten Produktes oder einer Dienstleistung man sich zu einem bestimmten Zeitpunkt im Vergleich zu einem vergangenen Zeitpunkt für dasselbe Geld kaufen kann. Die allgemeine Inflation, wie sie die meisten Sparer kennen, wird vom Statistischen Bundesamt ermittelt und bezieht sich immer auf den Vergleich mit dem Wert desselben Warenkorbes vor einem Jahr. Eine Inflation von zwei Prozent würde zum Beispiel bedeuten, dass ein Warenkorb, der vor einem Jahr 100 Euro kostete, nun 102 Euro kostet. Mit einem 100-Euro-Schein konnte man vor einem Jahr noch den gesamten Warenkorb kaufen, während man heute für dasselbe Geld nur noch rund 98 Prozent des Warenkorbes bekommt. Daher kommt auch der Begriff Teuerungsrate und der Einsatz der Inflationsrate zur Bewertung des Kaufkraftverlustes von Geld. Wer wissen will, wie sehr die Inflation langfristig an seinem Geld zehrt, kann einen Inflationsrechner benutzen, um den kumulierten Kaufkraftverlust berechnen zu lassen. Anhand der Ergebnisse eines solchen Inflationsrechners sowie dem persönlichen Steuersatz lässt sich die Rendite einer Geldanlage oder Sparform nach Abzug von Inflation und Steuern berechnen. Dazu ein kleines Beispiel: ein Sparbuch 3,00 Prozent Zinsen, Zahlweise jährlich. Die Inflation liegt bei zwei Prozent und der Einkommenssteuersatz des Sparers bei 25 Prozent. Der Sparerfreibetrag wurde bereits vollständig ausgeschöpft, so dass alle erwirtschafteten Zinsen voll versteuert werden müssen. Einer Vorsteuerrendite von 3,00 Prozent steht nach Abzug der 25 Prozent Einkommenssteuer eine Nachsteuerrendite von 2,25 Prozent gegenüber. Die langfristige Inflation liegt in Deutschland je nach Betrachtungszeitraum zwischen 2 und 2,50 Prozent. Abzüglich Inflation würde also eine reale Wertentwicklung des auf unserem Sparbuch angelegten Geldes von 0,25 bis 0,75 Prozent pro Jahr erfolgen. In Worten ausgedrückt: eine Einlage von 25.000 Euro würde eine reale Verzinsung von 62,50 bis 187,50 Euro pro Jahr erfahren. Rentabel ist das ganz sicher nicht. Dasselbe Geld zu 4,50 Prozent in Form von Tages- oder Termingeld angelegt, würde nach Abzug von Steuern und Inflation immerhin zwischen 1,375 und 1,875 Prozent Realwertentwicklung pro Jahr aufweisen, in Summe also zwischen 343,75 bis 468,75 Euro und damit das 2,5-fache erzielen

 

Autor: Daniel Franke

info(at)tagesgeldvergleich.net

 


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