Datum: 08.02.2012

KIT-Initiative



Statt Jammern gemeinsam den Aufbruch starten

Win-Win-Initiative für Bildung und Mittelstand

Hans Georg Torkel und Gisela Hagemann

„Deutschland hat viele Ideen, Potenziale und Best- Practice- Beispiele, die darauf warten, genutzt und vernetzt zu werden“ sagt Schulleiter Dipl.- Ing. Hans-Georg Torkel. Der Gründer der KIT- Initiative ruft den Mittelstand dazu auf, gemeinsam einen Aufbruch zu starten. Der Weg aus dem Jammertal, hin zu neuem Wachstum, besteht aus einer Vernetzung von ehrenamtlichen Helfern, gemeinnützigen Institutionen und pri-vatwirtschaftlichem Handeln.

Wenn der Mittelstand seine Potenziale in einem Bildungs- und Dienstleistungsnetzwerk bündelt, entsteht daraus eine Win-Win-Situation: Die frühe Förderung der Kreativität der Kinder führt nicht nur zu besseren schulischen Leistungen und damit zu einem erfolgreichen Start ins Berufsleben oder Studium, sondern stärkt auch die Innovationskraft der mittelständischen Wirtschaft. Investoren und Sponsoren haben die Chance, lukrative Aufträge zu erhalten. Verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger, die ihre vielfältigen Kompetenzen in sinnstiftende Projekte einbringen, tragen aktiv dazu bei, dass der von Alt- Bundespräsident Roman Herzog geforderte „Ruck“ durch Deutschland geht und - wie es Bun-despräsident Köhler fordert - die Deutschen wieder Mut zum Handeln haben. Das stärkt den Standort Deutschland.

 

Als konkretes Beispiel für diese neue Form der Wirtschaftsförderung durch gegenseitige Vernetzung nennt Torkel die Bildungsbewegung KIT. „Die drei Buchstaben KIT stehen für Kreativität, Innovation und Technologie und zugleich für Kreativität, Intuition und Talent. Das ist der Rohstoff, aus dem die Zukunft ist.“

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert ein innovationsfreudiges Klima. Die Bildungsbewegung KIT begleitet Kinder und deren Förderer anhand interessanter Lernträger entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Ideenfindung bis hin zur Vermarktung. Die Kinder lernen in einem sicheren Lernumfeld, entwickeln eigenverantwortliches Handeln und begreifen schon sehr früh, dass Initiative sich lohnt. Die mittelständische Wirtschaft bekommt Impulse für Innovationen, denn ein unbestechlicher Kinderblick sieht oft neue Möglichkeiten, wo Erwachsene nur Hindernisse sehen.

 

Die Ausgangslage

Ungewisse Zukunftsperspektiven in einer sich rasch verändernden Gesellschaft verunsichern viele Heranwachsende. Sie sind nicht mehr in der Lage, ihre eigenen Stärken und Talente einzuschätzen, sich in andere einzufühlen und miteinander Spielregeln und Ziele zu vereinbaren – geschweige denn diese zu erreichen. Um Konflikte zu lösen, greifen sie zu verbaler oder körperlicher Gewalt. Ihre Orientierungslosigkeit bringt ihr Selbstbewusstsein und ihre Kreativität zum Erlahmen. Die ganzheitliche Bildung unserer Kinder ist die Grundlage für die ökonomische, gesellschaftliche, kulturelle und ökologische Entwicklung unseres Landes und der globalen Entwicklung“.

 

„Heranwachsende richten ihre Zukunftsplanung oft nach einer sozialen Erwünschtheit oder einer kurzlebigen Mode aus, statt sich an den eigenen, individuellen Stärken zu orientieren und diese zu fördern“, meint Birgit Gosejacob, Potenzial-Entdeckerin. „Da brennt sich dann, über Jahre gelernt, das „Ich kann nichts“ und „Es lohnt sich nicht“ tief in die Gedankengänge ein“, berichtet Lehrerin Sabine Weiß aus ihrer schulischen Praxis. Das muss nicht sein. Die Kreativitätstechniken, die Führungskräfte meistens erst im erwachsenen Alter für teures Geld erlernen, machen auch Kindern sichtlich Spaß. Denn sie lernen auf spielerische Art und Weise und erhalten positives Feedback. Das fördert ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, Ziele zu definieren und gemeinsam zu erreichen. Leistungsschwächere Kinder profitieren auch davon, ergänzt Diplom-Volkswirtin Gisela Hagemann von der Firma Strategisches Ideenmanagement in Bad Orb, die sich der KIT-Initiative angeschlossen hat. „Wenn Heranwachsende ihre besonderen Gaben erkennen, bringen sie diese mit Freude ein und tragen so zu einem in-novationsfreudigen Klima bei“, sagt Talente-Coach Jörg Poedtke. Ganztägiges und lebenslanges Lernen wird in offenen Bildungsnetz-werken möglich. „Dies bringt lukrative Früchte für alle Beteiligten“, weiß Ulrich Thomas, Unternehmer aus Kaarst, der junge IT-Spezialisten ausbildet und Erwachsene weiterbildet.

 

Die „Bildungsbewegung“ Stiftung KIT- Initiative

Das Motto von KIT lautet: Leistungslust statt Leistungsfrust! KIT will ganz Deutschland - ähnlich der Sportbewegung – mit einem Netzwerk von kreativen und innovativen Initiativen und Zusammenschlüssen überziehen. KIT verfolgt die Vision, einen Aufbruch für Kreativität im Generellen und für Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaft im Speziellen auszulösen.

Eine erfolgreiche Win-Win Situation wird durch ein von allen Beteiligten getragenes Wertefundament erreicht.

Alle Projektbeteiligten verpflichten sich auf

 

  • eine gemeinsame Vision, die die an KIT-Projekten beteiligten Menschen in Herz und Kopf verbindet und so sicher stellt, dass die gemeinsam definierten Ziele in die Praxis umgesetzt werden.
  • eine Kultur der Wertschöpfung durch Wertschätzung: Neue Werte zu schaffen gelingt leichter in einem Klima des gegenseitigen Re-spekts und der Toleranz. Die Wertschätzung von Vielfalt und Unter-schiedlichkeit erfordert gleichzeitig die Einhaltung von Spielregeln und die Beachtung von Grenzen. Dies ist für Erwachsene und Kin-der gleichermaßen wichtig.
  • Das Entdecken, Fördern und Vernetzen von Potenzialen bringt Menschen und Unternehmen zum Erblühen und damit „mit Freude zur Selbstentfaltung in der Wissensgesellschaft“, wie es Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Szyperski als unabdingbar ansieht. Für ihn ist es eine gesellschaftliche Aufgabe, Technik und Wirtschaft von der Wurzel an zu vermitteln und umzusetzen. KIT setzt hier an zwei Punkten an: In seinem spezifischen Beitrag zur Bildung und der Wirtschaftsförderung.

 

Lebenslanges Lernen

Das individuelle Entwicklungs- und Verhaltensmuster und damit auch die spätere berufliche Entwicklung eines Kindes wird durch das Vorbild seiner Eltern, Großeltern, Lehrer und sonstiger Bezugspersonen geprägt. Diese leben Werte und Authentizität vor – oder oft eben auch nicht. „Neben fachlichen Experten sollten dringend Spezialisten für Interdisziplinarität ausgebildet werden. Dies sollte schon im Kindesalter beginnen“, rät Wissenschaftsberater Erich Feldmeier.

 

Diplom-Sozialwissenschaftlerin Sybille Schimpf zeigt auf, welchen Nutzen die Förderung von Kindern mit sich führt: „Wer sich ein Kind zum Fan macht, pflanzt emotionale Bäumchen in die Kunden von morgen. Wer zudem eine Kultur des Lobes pflegt, schafft Gemeinschaftssinn. Unternehmen, die offen für den Wandel und für lebenslanges Lernen sind, profitieren von unverstellter kindlicher Kreativität“.

 

Beitrag zur Wirtschaftsförderung

Mittelständische Unternehmen präsentieren und vernetzen ihre Potenziale in der Bildungsbewegung über die Plattform KIT. Es steigt der Bekanntheitsgrad der Firmen und deren Innovationskraft durch Projekt-Prototypen. Jugendliche testen und fördern ihre Leistungsfähigkeit an realen Herausforderungen.

So wie aus der Breitenbewegung im Sport Arbeitsplätze entstanden sind (Sportindustrie), so werden auch über eine Breitenbewegung in Naturwissenschaft, Technik und Ökonomie Arbeitsplätze entstehen (KIT- Industrie).

Trotz der gegenwärtigen Arbeitslosigkeit wird schon in wenigen Jahren ein Mangel an qualifiziertem Fachpersonal herrschen, wenn wir nicht – wie durch die KIT-Initiative - frühzeitig gegensteuern. KIT hilft Unternehmen, passendes Personal zu finden und dieses je nach individuellem Talent zu fordern und zu fördern. Technische Kompetenzen sind durch Softskills zu ergänzen. Hierzu gehört die Fähigkeit mit ganz unterschiedlichen Menschen zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten, die Perspektive zu wechseln und sich in die Situation eines anderen hineinzuversetzen – zum Beispiel um den Bedarf eines Kunden genau zu erforschen, seine Bedürfnisse zu befriedigen und zusätzlich noch die „extra Mei-le“ zu gehen, die aus zufriedenen Kunden treue Kunden macht.

Mit ihrem Engagement in der KIT-Initiative erfüllen mittelständische Unternehmen ihre gesellschaftliche Aufgabe, der nachwachsenden Generation ethische Werte vorzuleben und materiellen Wohlstand mit Hilfe einer Innovation im Denken und Handeln zu schaffen. Durch die Vernetzung mit anderen Unternehmen, Experten der verschiedensten Fachrichtungen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern haben sie die Möglichkeit, einen breiten Kundenkreis über ihr Leistungsangebot zu informieren und durch gemeinsame Projekte neue Aufträge zu generieren.

Hierbei können Sie mithelfen

Flächendeckender regionaler Aufbau von KIT- Club’s und KIT- Initiativen in den Städten. Start von Projekten, die im Zusammenspiel zwischen der Erfahrung der Erwachsenen und der Neugierde der Ju-gend Wissen aufbauen (IT, neue Medien) und positive Verhaltens-weisen entwickeln. Erich Feldmeier weist besonders auf den regionalen Bezug hin, um Ohnmachtsgefühlen (die Globalisierung, die Wirt-schaft, die Konzerne, die Manager, „die Anderen“ also entpersonali-sierte Gruppen) entgegenzuwirken.

Interdisziplinäre Verknüpfung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technologie, Handwerk, Wirtschaft, Psychologie und Sozialwissenschaften.

 

Aufbau von Allianzen und eines Netzes von Best-Practice-Beispielen mit sportiven Elementen (Stadt-, Landes- und Bundeswettbewerbe). Alt hilft Jung und Jung hilft Alt. Netz-werkbetreuung in Schulen, Service und Hotline für Schulen und Jugendgruppen, Angebote für Kinder und Jugendliche, Zertifizierungen zur Darstellung der Kompetenzen.

 

Familienseminare, bei denen Unternehmen ihre Räumlichkeiten samstags zur Verfügung stellen, damit ihre Mitarbeiter gemeinsam mit ihren Kindern und Partnern Kreativitätstech-niken und Soft Skills wie Kommunikation, Problemlösung und Verhandlungstechnik erler-nen. Auf diese Weise sparen die Unternehmen Kosten, weil Teile der Weiterbildung außerhalb der Arbeitszeit stattfinden. Gleichzeitig haben die Eltern ein gemeinsames Erlebnis mit ihren Kindern. Es gibt wieder spannenden Gesprächsstoff in der Familie. Die Eltern vernetzen sich mit den anderen Eltern, die Kinder mit den anderen Kindern.

 

KIT als eine Initiative vom Mittelstand und für den Mittelstand.

Beispiele:

- Ausbildungsverbund mit 120 mittelständischen Betrieben und einer KIT Jugendabteilung - KIT Jugendabteilung in der Lehrerausbildung

Lehramtsstudenten üben nachmittags das Lehrer sein und machen Schule - KIT Jugendabteilung in der Elektroinnung Kreis Neuss. Vorstufe zur Lehrlingsgewinnung - "Das Unperfekthaus in Essen als der derzeit größte KIT- Club der Bundesrepublik" Eine Vorstufe zur Existenzgründung und mehr - KIT Kinder Kulturwerkstatt

 

 

Kinder- und Jugendarbeit der KIT- Initiative (Kurzfassung)

KIT steht für (problemlösende) Kreativität - Innovation -Technologie

und für Kreativität - Intuition – Talent

 

Die Vision

  • Ähnlich der Sportbewegung lösen wir mit der KIT-Initiative einen von vielen Menschen getragenen Aufbruch aus. Im Mittelpunkt steht die Kreativität und Stärkung der emotionalen Kompetenz. Schwerpunkte bilden die Mathe-matik, Informatik, Naturwissenschaften, Technologie, Handwerk und Wirtschaft.
  • Es entsteht ein bundesweites Netzwerk von KIT-Club's für junge und alte Menschen.
  • Ebenso wie über die Sportbewegung Arbeitsplätze geschaffen werden (Stichwort „Sportindustrie“), initiieren wir mit der KIT- Initiative Arbeitsplätze auf völlig neue Art
  • KIT-Club's sind Keimzellen für Innovationen in technologischer und sozialer Hinsicht

Die Ziele

 

  • KIT- Club’s begeistern Kinder, Jugendliche und Erwachsene, ihre Talente bewusst zu entdecken
  • KIT motiviert für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technologie, Handwerk und Wirtschaft
  • KIT- Club’s ermöglichen ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen und bereiten auf das Berufsleben vor
  • KIT- Club’s leben generationenübergreifende Zusammenarbeit vor ( „Senior-Trainer“ und „Junior-Trainer“)
  • Über Breitenangebote werden Talente geweckt und gefördert. Jeder kann sein Potential entwickeln
  • Die KIT- Initiative schafft Allianzen, Netzwerke und ein innovationsfreudiges Klima
  • Die KIT- Initiativen schaffen Innovationen und bereiten so neue Arbeitsplätze vor

Das Konzept

 

  • KIT ist eine bundesweite Marke die vorhandene Schätze heben will. Sie etabliert sich über die KIT- Stiftung (in Gründung).
  • KIT- Initiativen sind schlanke Projekte ohne Bürokratie und städteweise durch die KIT- Initiative -Stadtname (z.B. KIT- Initiative - Essen) zusammen gefasst. Arbeitsgruppen treffen sich in den KIT- Club’s vor Ort.
  • KIT- Club’s bereiten auf die Berufs- und Lebenswelt vor und nehmen ähnlich dem Sport an Club-, Stadt-, Lan-des-, Bundes- und Europameisterschaften teil.

Die Umsetzung

 

  • Der 20-jährige gemeinnützige Verein „Deutsche Aktionsgemeinschaft Bildung - Erfindung - Innovation e.V. (DABEI) ist bis zur Gründung einer KIT- Stiftung Träger der KIT- Club's
  • In der ersten Stufe werden über KIT- Initiatoren vor Ort die Potenziale entdeckt und gefördert
  • Die aktive Mitgliedschaft in einem KIT- Club lebt durch min. 2 Trainingsstunden pro Woche, z.B. in einer Einrich-tung oder Firma mit einem „Senior- oder Juniortrainer“, wobei im Einzelfall auch in einer Wohnung trainiert werden kann
  • Die kooperierenden Schulen, Vereine, Firmen arbeiten im Sinne von KIT mit minimalen bürokratischem Auf-wand, getragen von der Freude an der Kreativität des eigenen Talents und der anderen KIT- Mitglieder
  • Pluralität der Inhalte, Sicherung der Qualität und „Senior- und „Juniortrainer“ bilden die Basis

 

Das Ergebnis

  • Veredeln bereits vorhandener Talente („Was hat die Welt davon, dass es mich gibt?“).
  • Spitzenkräfte entwickeln sich über die Breitenbewegung.
  • Netzwerke von KIT- Initiativen regional und überregional mit „Best-Praxis-Beispielen“
  • Orte lebenslangen Lernens, Keimzellen für soziale und technologische Innovationen und deren Umsetzung
  • Sinnstiftende und wirtschaftfördernde Projekt für Jung und Alt
  • Neue Arbeitsplätze, vergleichbar der Sport - Industrie
  • Trainingszentren für engagierte, kompetente und innovative Menschen

Autor:

Hans-Georg Torkel

Schulleiter am Berufskolleg für Technik und Informatik in Neuss, Vorsitzender der Deutschen Aktionsgemeinschaft

Bildung, Erfindung, Innovation e.V. (DABEI)

Tinkrathstr. 128

45472 Mülheim an der Ruhr

Mobil: 0172 70 89 019

Fax: 0208 / 99 50 70

E-Mail: torkel.hansgeorg(at)t-online.de

Internet: www.kit-initiative.de / www.NiBB.de / www.DABEI-online.de

NiBB �� Netz innovativer Bürgerinnen und Bürger - DABEI �� Aktionsgemeinschaft Bildung, Erfindung, Innovation


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