Datum: 07.09.2010

Läuferknie



Jeder vierte Läufer leidet unter Kniebeschwerden.

In aller Regel ist das Folge einer Überlastung von Sehnen, Bändern, Muskeln, Meniskus oder Gelenkknorpel.

 

Nur selten ist eine direkte Gewalteinwirkung die Ursache. Meistens ist es das Ende einer langfristigen Entwicklung, bei der ein Bagatelltrauma ausreicht um Beschwerden auszulösen. Dieses Trauma ist dann nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt und nicht die eigentliche Ursache.

Die Ursachen für ein Läuferknie sind vielfältig. Meist finden sich Dysbalancen der Muskulatur, die durch Fehlbelastung einzelner Strukturen, falsches Training oder einförmige Belastungen ausgelöst werden.

Häufige Fehler sind:

  • zu schnell gesteigertes Training 
  • Laufen auf hartem Untergrund mit schlecht gedämpften oder abgenutzten Schuhen 
  • zu kurzes Aufwärmen und Dehnen. 
  • Fehlstellungen der Beine, insbesondere x- Beine

Unter Sportlern sind wie der Name schon sagt Läufer aber auch Radfahren häufig betroffen.

Meist ist der Tractus iliotibialis, eine Sehnenplatte, die vom Becken an der Außenseite des Oberschenkels zum Schienbein Kopf verläuft, die Struktur von der die Beschwerden ausgehen.

 

Bei normalen Verhältnissen gleitet der Tractus iliotibialis beim Beugen und Strecken des Knies am äußeren Kniegelenkspalt vorbei. Beim Läuferknie ist er aber häufig verkürzt und scheuert deshalb über das untere Ende des Oberschenkelknochens. Es kommt zu einer Entzündung der aneinander reibenden Gewebe.

Der Läufer klagte über stechende Schmerzen im äußeren Kniebereich, der schon während dem Lauf oder auch erst danach auftreten kann. Oft findet sich auch das Bild einer Schleimbeutelentzündung mit Schwellung und Überwärmung, gelegentlich sogar mit Gelenkerguss.

Behandlung:

Zunächst muss die Ursache der Beschwerden genau ermittelt werden.

Schonung und Kühlung sind obligat.  Falls erforderlich werden entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente eingesetzt.

Die Dysbalancen der Muskulatur müssen durch auftrainieren der schwachen Muskelanteile ausgeglichen und verkürzte Strukturen intensiv gedehnt werden.

Fast immer  ist es sinnvoll, das Trainingsprogramm zu überprüfen und beispielsweise Laufeinheiten durch Radfahren, Schwimmen oder Krafttraining zu ersetzen.

Unterstützend kann der Einsatz von Bandagen oder Kinesio-Taping hilfreich sein.

Unverzichtbar ist es, den Laufstil von einem Experten überprüfen zu lassen.

 

Dies kann mittels einer videounterstützten Laufanalyse erfolgen.

Falsche Fußbelastungen und Abrollung können so festgestellt und durch Schuhwechsel oder falls erforderlich einsetzen von Einlagen und Sohlenänderungen ausgeglichen werden.

Autor:

Dr. med. Peter Berg

die-fussexperten GmbH

http://www.die-fussexperten.de/

info(at)die-fussexperten.de

 


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