Big Brother fürs Internet
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am PC und suchen Daten für eine wichtige Terminarbeit aus dem Internet, und plötzlich ist Funkstille. Eine technische Panne hat Sie auf IT-Ebene von der Außenwelt abgeschnitten.
Noch während Sie schweißgebadet und mit klopfendem Herzen nach der 0900er-Nummer der technischen Hotline suchen, klingelt Ihr Telefon, und eine freundliche Stimme sagt, dass bei Ihnen zwar eine Störung vorliegt, diese aber bereits untersucht wird. Besser noch: Sie merken gar nicht, dass etwas nicht stimmt, weil Sie eine Backupleitung besitzen und weiter arbeiten können, während die Hauptstrippe abgeraucht ist. Was für den kleinen DSL-Kunden wie ein Märchen klingt, ist bei Großkunden mit privatem Netz gang und gäbe.
In der Industrie, bei wichtigen staatlichen Institutionen wie der Polizei oder den Banken kann man sich einfach keinen Ausfall leisten. Daher ist unumgängliche Reaktion im Falle eines Fehlers notwendig. Um schnellstmöglich den Abschied eines Routers zu erkennen, benutzen Internetanbieter für Großkunden ein Tool, das sich „Live Monitoring“ nennt und am ehesten mit „Überwachung“ beschrieben werden kann. Eigens dafür ausgebildete Techniker sitzen Tag und Nacht an ihrer Anlage, die in regelmäßigen Abständen die zu überwachenden Router anpingt, also mit IP-Paketen beglückt, die soviel bedeuten wie: „Bist du da?“
Und im Normalfall antwortet der Router: „Na klar.“ Kommt diese Antwort nicht, und auch ein paar weitere Pings bleiben unbeantwortet, poppt das Monitoring Tool am Monitor des Technikers ein roter Alarm auf, mit allen relevanten Daten zum vermissten Objekt. Daraus lässt sich in Sekundenschnelle alles ablesen, was zu einer Störungsbeseitigung nötig ist, und sämtliche Maßnahmen werden in die Wege geleitet. Ach wie schön, wenn der Kunde nur seinen Router ausgeschaltet hatte.
Autor:
Mark Breuer
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