Medienfonds
Die letzten Nachrichten im Internet und anderen Medien über Medienfonds waren meist Meldungen über erfolgreiche Klagen von geschädigten Kunden von Banken, wie z.B. der Commerzbank, die interessierten Anleger Medienfonds (VIP 3 und 4) ohne ausreichende Beratung verkaufte. Doch was sind die Gründe für die Klagen und was ist das Verwerfliche dabei?
Zum einen sind Medienfonds per Definition geschlossene Fonds, d.h. die gesamte Investitionssumme steht bereits fest. Die Finanzierung eines bestimmten Projektes ist dabei das Hauptziel. Das benötigte Eigenkapital soll dann nach Möglichkeit von potentiellen Anlegern kommen, egal ob von institutionellen Anlegern oder Privatkunden mit ausreichendem Vermögen. Sowie die vorgegebene Summe an Eigenkapital erreicht ist, wird der Verkauf von Anteilen gestoppt und der Fonds für potentielle Käufer geschlossen.
Die Schließung bedeutet auch gleichzeitig, dass Anteilseigner ihre Anteile nicht mehr verkaufen können, also ihre Anteile nicht mehr so schnell in Geld umwandeln können. Der Anleger kommt während der Laufzeit nicht an sein Vermögen heran. Diese Besonderheit ist dadurch begründet, dass der Fonds in Form einer Kommanditgesellschaft seine Anteile verkauft. Die häufigste Form ist hierbei die GmbH & Co. KG. Der Anleger erwirbt Anteile an dieser KG und wird somit ab Zeitpunkt des Kaufs Kommanditist. Er trägt also auch unternehmerisches Risiko, d.h. das der Anleger nicht nur im Falle des Gewinns beteiligt wird, sondern auch einen eventuell entstandenen Verlust mittragen muss. Im „worst-case“, also im schlimmsten Fall, dem Konkurs der Kommanditgesellschaft, kann das gesamte Eigenkapital zur Schuldendeckung verwendet werden, was zur Folge hätte, dass der Anleger sein gesamtes Kapital verliert, also einen Totalverlust erleidet.
Dies ist nun der Grund für die Klagen gegen u.a. die Commerzbank. Sie hat die Anleger über die Risiken von möglichen Verlusten nicht genügend aufgeklärt, und sogar noch schlimmeres. Einigen Anlegern wurden Medienfonds als Altersvorsorge verkauft. Wer den Artikel bis hierher gelesen hat wird verstehen, warum dieses Verhalten seitens der Bank verwerflich ist.
Auf die Altersvorsorge sind die Menschen angewiesen und mit einer Beteiligung an Medienfonds kann dieses benötigte Geld verloren gehen. Diese Befürchtung hat sich bewahrheitet und deshalb klagen die früheren Anleger, die bei dieser sicher geglaubten Investition hohe Verluste gemacht haben, gegen die Banken. Bisher geben ihnen die Gerichte Recht, es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft die Beratungen besser werden und die potentiellen Anleger sich nicht mehr so schnell etwas verkaufen lassen, was gar nicht für sie geeignet ist.
Autor: Robert Meier
bornhoeft(at)finads.de