Datum: 08.02.2012

Von Raritäten aus Holz Pitchpine



Pitchpine ist die englische Bezeichnung für die Pechkiefer (lat. Pinus rigida) und wird traditionell auch heute noch für die Sumpfkiefer (lat. Pinus palustris) gebraucht.

Das Holz wird zur Hauptgruppe der schweren Kieferhölzer gezählt. Die spezifische Gewichtsspanne reicht von 0,45 g/cm3 bis über 0,65 g/cm3. Diese Gruppe wird als „Hard Pinus“ bezeichnet. Die natürlichen Vorkommen im Südosten der USA und Mittelamerika sind praktisch ausgebeutet und sind heute am Markt so gut wie nicht mehr verfügbar. Im letzten Drittel des 19. und im ersten Drittel des 20.Jahrhunderts wurde Pitchpine in großen Mengen eingeführt und als Konstruktionsholz verarbeitet. Wegen seiner hohen Biegefestigkeit und erhöhten Harz- und Fettgehalte war es für die Verwendung als Holzdiele bestens geeignet. Entsprechend oft wurde es so eingesetzt. In Altbauten sind Pitchpinedielen immer wieder zu finden.

Dankenswerterweise gibt es in Deutschland vielfältige Bemühungen, vorhandene Bestände vor der Vernichtung zu retten. Die gute Haltbarkeit dieses Holzes zeigt sich nicht selten daran, dass Sanierungsarbeiten an den Auflage- und Balkenhölzern nicht zu umgehen sind, während die Pitchpinedielen nur Gebrauchsspuren zeigen. So wird eine fachgerechte Demontage sinnvoll - ökologisch wie ökonomisch. Wer auf der Suche nach einem stilgerechten Bodenbelag das Glück hat, auf solche Schnäppchen zu stoßen, kann leicht erkennen, ob die Pitchpinedielen fach- und sachgerecht behandelt und gelagert wurden. Wichtig ist, eine ordentliche Lagerung in feuchtigkeitsgeschützten Stapeln, deren unterste Lagen keinesfalls auf dem Boden oder im Dreck liegen sollten. Achten muss man auf Angebote im „Bergezustand“, also nicht durch zusätzliches Hobeln um wertvolle Nutzschicht geschwächte Ware. Ein Schleifen nach der Verlegung ist nicht zu umgehen und macht es grundsätzlich sinnvoll, erst dann alte Farb- und Lackschichten zu entfernen.

Ein Händler von historischen Pitchpine ist Jürgen Schaubhut in Crailsheim.

 

Autor:

Historische Baustoffe

Jürgen Schaubhut

Mühlweg 11

74564 Crailsheim

info(at)schaubhut.com

 


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