Protektionismus
Im Bezug auf ökonomische Sachverhalte als Protektionismus bezeichnet man alle Maßnahmen, mit denen ein Staat versucht, ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt zu benachteiligen. Solche Maßnahmen werden auch als Handelshemmnisse bezeichnet. Das Hauptmittel eines Staates hierfür ist eine strategische Handelspolitik.
In der strategischen Handelspolitik werden verschiedene Instrumente des Protektionismus verwendet. Die Instrumenten sind in tarifäre und nicht tarifäre geteilt. Unter tarifären Maßnahmen versteht man verschiedene Arten von Zöllen. Zoll ist eine Steuer auf den Import eines Gutes. Zölle sollen bestimmte einheimische Sektoren von der Konkurrenz durch Importe schützen. Es werden meistens zwei Hauptarten von Zöllen verhängt: spezifische und Wertzölle. Spezifische Zölle werden in einer festen Höhe auf jede importierte Gütereinheit erhoben (z. B. 3 Dollar pro Barrel Öl). Wertzölle werden anteilig auf den Wert des Güterimports erhoben (z. B. 25% auf jeden in die USA eingeführten LKW). Die nichttarifäre Handelshemmnisse sind meistens die administrative Behinderungen, wie komplizierte Deklarationspflichten, Gesundheits-, Umwelt-, Sicherheitsstandards (EU Binnenmarkt), Ppreisbeeinflussung oder Mengenbeschränkungen bei den Einfuhren und Ausfuhren der Waren. Um ein Preis zu beeinflussen, ergreift ein Staat zu den folgenden Maßnahmen: Einfuhrgebüren, gespaltene Wechselkurse, Exportsteuer/-subventionen, Kostenentlastungen inländischer Produktion. Mengenbeschränkungen werden durch Import-Kontingenten (Quoten), Devisenzuteilung, Ausfuhrkontingente, Handelsboykott, Embargo erreicht.
Im Gegensatz zur Handelsliberalisierung strategische Politik des Protektionismus hat auch ihre Argumente:
1. Lohndumping-Argument:
Freihandel überschwemmt die Märkte der Hochlohnländer mit arbeitsintensiv hergestellten Importprodukten aus Niedriglohnländer. Daher sollen diese Importe durch Schutz-maßnahmen abgewehrt werden, um das erreichte Lohnniveau zu sichern und den Marktaustritt heimischer Unternehmungen zu verhindern.
2. Beschäftigungsargument:
Freihandel gefährdet und Protektion sichert Arbeitsplätze. Öffnung des heimischen Marktes für Importkonkurrenz kann zur höherer Unterbeschäftigung führen.
3. Argument der strategischen Handelspolitik:
Bei internationaler oligopolistischer Konkurrenz in heimischen und ausländischen Märkten können durch Importzölle Exportsubventionen Gewinne von ausländischen auf inländische Unternehmen umgelenkt werden. Hierfür kann der Wohlstand gegenüber den Freihandelszustand steigen.
4. Terms of Trade-Argument:
Große Länder können mit Importrestriktionen und Expotrsteuern eine Verbesserung ihrer Terms of Trade durchsetzen und so auf Kosten oder Handelspartner Realeinkommensgewinne erzielen.
5. Marktversagens-Argument:
Interne Funktionsmängel von Märkten (Marktunvollkommenheit, Externalitäten) können durch handelspolitische Interventionen neutralisiert werden. Im Falle positiver externer Effekte der Inlandsproduktionen hat ein Importzoll positive Wohlfahrtseffekte, wenn gesellschaftl. Zusatznutzen der Produktionsausweitung grösser ist als die Portektionskosten.
6. Infant Industry-Argument:
Förderung der industriellen Entwicklung unterentwickelter Länder erfordert Protektion junger heimischer Industriefirmen gegenüber den etablierten Großunternehmen aus Industrieländern, die auf Grund großer Absatzmengen auch im Binnenmarkt des Entwicklungslandes Kostenvorteile gegenüber den heimischen Anbieter haben.
Autor: S. Shramko