Psychosomatische Grundversorgung
In der medizinischen Versorgung gewinnt die Verhaltentherapie eine zunehmende Bedeutung. Das verhaltentherapeutische Denken schult den Blick für die Unterschiede zwischen funktionalen und psychosozialen Aspekten von Krankheiten und fördert damit eine größere Bedeutung der psychosomatischen Grundversorgung.
Unter Psychosamtik bzw. der psychosomatischen Medizin versteht man die eigentlich selbstverständliche Betrachtung einer Krankheit unter allen Aspekten: den seelischen, körperlichen (funktionalen) und sozialen Gesichtspunkten. Da die meisten Mediziner lediglich eine Ausbildung zur Bekämpfung der körperlichen Symptome habe kommen die wichtigen seelischen und sozialen Aspekte einer Krankheit beim Arztbesuch oft nicht zum Tragen, mit dem Effekt, dass zu viele und unnötige Therapien angewandt werden. Daher ist es sinnvoll, die psychosomatische Grundversorgung, also die Schulung von Ärzten bzgl. der seelischen und sozialen Komponenten einer Krankheit, voranzutreiben.
Oft dauert es sehr lange, bis eine psychosomatische Ursache einer Krankheit erkannt wird, da die medizinische Ausbildung häufig nur dem kartesischen Weltbild folgt und eine Krankheit nur einer Ursache zuordnet. Viele Patienten sind nicht in der Lage oder nicht willens, die psychische Komponenten einer Krankheit oder die Bedeutung des sozialen Umfelds als Ursache anzuerkennen und hoffen auf die schnelle Heilung durch Medikamente.
Eine Stärkung der psychosomatischen Grundversorgung, d.h. eine Sensibilisierung aller Ärzte bezgl. der sozialen und seelischen Aspekte einer Krankheit kann dazu beitragen, Krankheiten schneller zu behandeln und erspart den Patienten ggf. eine lange Leidenszeit, die schädliche Einnahme unnötiger Medikamente und letztendlich allen Versicherten eine weitere Beitragssteigerung, da die Kosten der Kassen gesenkt werden.
Autor: Redaktion