Bauern auf der Suche nach Erntehelfern
Immer wenige Polen interessieren sich für eine Tätigkeit als Erntehelfer in der deutschen Landwirtschaft. Nach den starken Rückgängen im letzten Jahr versuchen die deutschen Bauern nun, verstärkt nach Erntehelfern in anderen osteuropäischen Staaten zu suchen. Das Problem ist jedoch, dass der Begriff Saisonarbeiter dort kaum bekannt ist.
Polnische Erntehelfer sind in Deutschland seit über zwei Jahrzehnten eine Normalität, jährlich kommen an die 200.000 Polen, um als Erntehelfer den ein oder anderen Euro hinzuzuverdienen. Doch die wirtschaftliche Entwicklung in Osteuropa und vor allem in Polen hat dazu geführt, dass eine Beschäftigung im Westen zunehmend uninteressanter geworden ist. Und wenn, dass werden Anstellungen in Großbritannien und den Niederlanden vorgezogen. Dort sind zum einen die gesetzlichen Vorgaben vorteilhafter, d.h. Die Freizügigkeit ist bereits eine Realität geworden, zum anderen sind schlicht die Löhne und Gehälter höher.
Deutsche Landwirte suchen deshalb immer intensiver nach Erntehelfern aus Osteuropa, da ihnen die „Stammkundschaft“ ausbleibt. Bereits ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Ernteeinsatz begeben sich Landwirte auf der Suche nach Erntehelfern auf Reisen quer durch Osteuropa. Alternativ werden vor Ort Vermittlungsagenturen eingeschaltet, etwa der in Bulgarien führende Erntehelferdienst.
Fakt ist, dass die Situation am Arbeitsmarkt nicht einfacher geworden ist. Nur durch eine bessere Bezahlung wird es den Landwirten möglich sein, auch künftig für Erntehelfer aus Osteuropaeine wirtschaftlich interessante Alternative zu einer regulären Beschäftigung in ihren Heimatländern zu sein. Jahr für Jahr wird die Situation für den Landwirt dramatischer: Ein immer höherer Prozentsatz von angefragten Erntehelfern aus Osteuropa erscheint nicht zur Arbeit oder verlässt Deutschland vor dem Ende der vereinbarten Arbeitszeit.
Autor: Dirk Steffes
start(at)erntehelferdienst.de