Ökonomische Verhandlungstheorie I
Die ökonomische Verhandlungstheorie ist ein Bestandteil der Spieltheorie, die sich mit der Analyse komplexer Entscheidungsprobleme in Systemen mit vorgegebenen Regeln beschäftigt.
Die Spieltheorie und als Teilmenge die Verhandlungstheorie lassen sich in zwei Gebiete aufteilen: kooperative und nicht-kooperative Spiele. Kooperative Spiele zeichnen sich aus durch die Möglichkeit verbindlicher Abmachungen über die vorgegebenen Regeln hinaus. Die kooperativen Konzepte der Verhandlungstheorie schlagen spezielle Lösungen für ein Verhandlungsproblem vor; eine Verhandlung als kommunikativer Prozess findet nicht statt. Aus diesem Grund werden kooperative Konzepte auch als Schiedsrichterlösung bezeichnet. Die Verhandlung wird mathematisch formalisiert und nicht als Tausch von Geboten modelliert, so dass diese Ansätze weit entfernt vom umgangssprachlichen Gebrauch des Wortes Verhandlung sind (Berninghaus et al., 2002, S. 149-150). Ein frühes kooperatives Lösungskonzept der Verhandlungstheorie ist beispielsweise die Nash-Verhandlungslösung (Nash, 1950). Hierbei wird davon ausgegangen, dass das Ergebnis effizient, also Pareto-optimal, und realisierbar sein muss. Bei Pareto-Optimalität oder Effizienz gibt es am Ende der Verhandlung keine Lösungsmöglichkeit des Tauschproblems, die eine der Parteien besser stellt, ohne dass die andere Partei Einbußen in Kauf nehmen muss (Feess, 1997, S. 54). Jedem Verhandlungspartner wird ein ausschließlich nutzenmaximierendes Verhalten unterstellt, das heißt, er wird als Homo oeconomicus, als rein rational handelnder Akteur, modelliert. Nash (1950) weist nach, dass es eine eindeutige Lösung dieses Verhandlungsproblems gibt.
Dieser Text ist ein Auszug aus der Diplomarbeit des Autors, der die Seiten Unternehmensführung und www.globalisierung-infos.de betreibt. Die Diplomarbeit wurde im Jahr 2005 im Rahmen des BWL-Studiums erstellt.
Autor:
Sebastian Lugert
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