Datum: 08.02.2012

VOIP - Einstieg in die Internet-Telefonie



VOIP heißt das Schlagwort, wenn es um die Telefonie über Internet geht. VOIP heißt Voice over Internet Protokoll, dies impliziert, dass Sprache über eine Internetleitung übertragen wird.

 

Vorteile von VOIP:

- preiswert

- Software mit großem Funktionsumfang verfügbar

- Sie sind an mehreren Orten oder nach einem Umzug unter derselben Rufnummer erreichbar

- Verbindungsdaten und Kontaktlisten können im Internet abgerufen werden, ebenso der Anrufbeantworter und Faxe

 

Nachteile von VOIP:

- der Einstieg ist kompliziert

- es fallen Einstandskosten für Hard- und ggf. Software an

- nicht jedes VOIP-Angebot kann aus dem deutschen Telefonnetz erreicht werden

- viele VOIP-Nutzer kämpfen mit schlechter Sprachqualität und Verbindungsabbrüchen

 

Ich stelle Ihnen in diesem Artikel eine mögliche Konfiguration für den Einstieg vor, mit der Sie in das deutsche Telefonnetz anrufen und von dort auch erreicht werden können.

Sie benötigen für VOIP fünf Dinge:

- einen schnellen Internetanschluss (DSL flat)

- ein Headset oder Telefon für den Anschluss an den PC oder ein Stand-Alone VOIP-Telefon

- einen VOIP-Provider, der Ihnen eine Rufnummer zuteilt

- evt. eine Software, die Ihnen VOIP über den PC ermöglicht

- einen Tag Zeit für die Ersteinrichtung

 

Der Internetanschluss

Hier gibt es wenig zu zu sagen, er sollte halt vorhanden sein und am besten eine Flatrate beinhalten, da Sie permanent mit dem Internet verbunden sind.

 

Die Hardware

Für die ersten Schritte empfiehlt sich ein PC-Headset für 15-50 Euro, also ein Kopfhörer mit Mikrofon, das an den Computer angeschlossen wird. Es gibt auch schon VOIP-Telefone, die keinen PC mehr benötigen, diese sind aber noch recht teuer (>100 Euro). Ich habe mich für das Headset 500 USB von Plantronics entschieden, welches eine sehr gute Sprachqualität bietet. Das Sennheiser Headset PC 20 entpuppte sich leider entgegen meinen Erwartungen als qualitativ wesentlich schlechter, Gespräche waren sehr verrauscht und nur mühsam zu führen.

 

Der VOIP-Provider

Auf dem Markt gibt es inzwischen viele verschiedene Anbieter, die sich bei einer Internetrecherche unter dem Stichwort "VOIP Provider" finden lassen.

Die Software

Von Provider gibt es bei Vertragsabschluss i.d.R. eine kostenlose Software für den Start namens X-Lite. Diese beherrscht die wichtigsten Funktionen. Da ich mein VOIP aber mit Outlook kombinieren wollte, um aus Outlook heraus anrufen zu können mußte ich die VOIP-Software X-Tapi wählen, die mit 15 Euro zu buche schlägt. Diese funktioniert mit Outlook aber nur dann korrekt, wenn kein Exchange-Server im Spiel ist.

 

VOIP-Einrichtung

Auf der Seite des VOIP-Providers kann man sich mit etwas Glück eine Rufnummer aus dem eigenen Vorwahlbereich aussuchen. Dies ist sehr praktisch für Kunden, da diese keinen Unterschied zum normalen Telefon bemerken und man über diese Rufnummer auch nach einem Umzug oder im 2.-Büro erreichbar ist. Nach der Einrichtung des Accounts muß dieser zunächst aufgeladen werden; die meisten VOIP-Provider arbeiten per Vorkasse, wie es auch von Prepaid-Handys bekannt ist. Nachdem der Account eingerichtet ist kann für die ersten Versuche eine bereits vorkonfigurierte Phone-Software heruntergeladen und installiert werden, um den Anschluß zu testen.

 

Im Konfigurationsmenü kann eingestellt werden, wie mit Anrufen während Abwesenheit verfahren wird: entweder werden diese weitergeleitet auf eine andere Nummer oder Anrufbeantworter springt an und sendet auf Wunsch eine Email und wenn man es auf die Spitze treiben will gleich die aufgenommene Nachricht als WAV-Datei mit.

 

Für die Konfiguration sollte man als Einsteiger ruhig einen ganzen Tag einplanen, wird dann aber mit leistungsfähigen Funktionen entschädigt die den Büro-Alltag vereinfachen.

 

Fazit: VOIP lohnt sich eigentlich nur, wenn man viele Auslandsgespräche führt. Durch die Angebote vieler Telefonprovider, die für einen ISDN- und DSL-Anschluss mit Flatrate teilweise nur noch 35 Euro/Monat verlangen kann man im nationalen Bereich nichts mehr sparen. Anders sieht es bei der Video-telefonie aus, denn diese wird nur durch VOIP möglich. Im Praxistest kamen sehr häufig Verbindungsabbrüche, fehlgeschlagene Verbindungsversuche und eine schlechte Sprachqualität vor, so dass die Nutzung von VOIP für den geplanten geschäftlichen Einsatz ins Wasser fiel.

 

Autor: Redaktion


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