Datum: 07.09.2010

Wein und die Sinne



Als Wein bezeichnet man ein alkoholhaltiges Getränk, das aus Traubensaft gewonnen wird. Die zur Weinernte im Herbst geernteten Trauben werden zerquetscht und mittels Hefen zur Gärung gebracht. Diese Hefepilze absorbieren die Fruchtsüße und wandeln sie in Alkohol.

Rot- und Weißwein sowie Rosé sind die am häufigsten auftretenden Weinfarben.

Frankreich galt lange Zeit als einzige Heimat der Weine. Seit dem 16. Jahrhundert haben der portugiesische Portwein und der spanische Sherry auf der Bekanntheitsskala einen ebenso hohen Stellenwert wie die französischen Weine.

Heutzutage ist der Genuss von exzellentem Wein (zu einem guten Essen), anders als im Mittelalter, als Wein wegen seines geringeren Keimgehalts dem Wasser vorgezogen wurde, zu einem Statussymbol geworden, was dazu geführt hat, dass für einen wirklich guten Tropfen über 1000 Euro bezahlt werden. Neue Anbaugebiete in Australien, Südafrika, Chile und Kalifornien produzieren hervorragende Weine und werden für das alte Europa in qualitativer Hinsicht zu ernstzunehmender Konkurrenz.

Kein anderes Getränk verkörpert die Sinnesfreuden so glasklar wie der Wein. Bereits im 6. Jahrhundert vor Christus wurden im heutigen Iran die ersten Weine kultiviert. Die Griechen, und später die Römer, widmeten dem Rebensaft gar eine eigene Gottheit – Dionysos bzw. Bacchus – die ganz nebenbei auch für Fruchtbarkeit und Ekstase zuständig ist. Im Wein liege die Wahrheit, sagt man. Kein Wunder, das vollmundige Getränk sorgte in den Jahrhunderten seiner Existenz für so manche, bis dahin verschwiegene Zunge, die die Wahrheit und nichts als die Wahrheit von sich gab. Zuschreiben mag man das dem lösenden Alkoholgehalt oder der Kunst Dionysos, der als „Löser“ bekannt ist, Mauern einstürzen zu lassen und die Sorgen der entfesselten Menschen zu vertreiben.

 

Autor:

Roger Schmidt

Buchholz

Tarrega(at)gmx.de

 


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