Neues in Windows Vista
Die neue Version des Betriebssystems Windows aus dem Hause Microsoft trägt den Namen „Vista“ und wird voraussichtlich Ende 2006/Anfang 2007 ausgeliefert werden. Grundlage für diesen Artikel ist die RC 1 –Version (Release Candidate 1) von September 2006.
Windows Vista wird der Nachfolger von Windows XP werden, welches als bisher bestes Betriebssystem von Microsoft und bei meinen Kunden seit Jahren im problemlosen Dauereinsatz ist. Entsprechend hoch sind die Ansprüche an Windows Vista, das ursprünglich viele neue und interessante Technologien enthalten sollte: das neue Dateisystem WinFS sollte den Umgang mit Dateien revolutionieren, geschützte Bereiche für Software sollten geschaffen werden (TCPA bzw. NGSCB) und eine objektorientierte PowerShell – alle diese Vorhaben wurden nicht umgesetzt.
Was also bietet Windows Vista wirklich Neues? Zunächst einmal ist interessant, in welchen Lizenzformen die Software angeboten wird. Während bei Windows XP lediglich eine Entscheidung zwischen der Version Home und der Professionell zu treffen ist, kann man bei Windows Vista zwischen den folgenden Varianten wählen ( in Klammern die vermuteten Verkaufspreise für Vollversion/Update):
- Starter: wird in Deutschland wahrscheinlich nicht angeboten, nur Grundfunktionen
- Home Basic: ohne transparente Fenster, (183/91 Euro)
- Home Premium: mit Media Center, Movie Maker und Xbox 360 Extender (212/141 Euro)
- Business: Fax und Scanprogramm, Verschlüsselung, Imager (268/176 Euro)
- Ultimate (353/212 Euro)
- Enterprise: für Großkunden (?)
Die Home Basic und die Business-Varianten wird es in Europa auch noch mit dem Anhängsel „N“ geben, welche dann ohne Media-Player sind. Windows Vista wird von Anfang an sowohl als 32- und als 64-Bit Version angeboten. In der 64-Bit Version können nur signierte Treiber verwendet werden. Alle Versionen liegen auf der Installations-DVD vor und nur der Product-Key entscheidet, welche Version installiert wird. Über die neue Funktion Vista Anytime Upgrade kann eine Lizenz für eine höherwertige Version von der Installations-DVD eingespielt werden.
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist die Version Business interessant.
Auch Windows Vista muß genau wie Windows XP per Telefon oder über das Internet aktiviert werden. Bei Windows Vista wird bei jedem Download von Updates per WGA (Windows Genuine Advantage) die Gültigkeit der Lizenz überprüft. Wird Windows Vista vorinstalliert auf einem Rechner erworben, dann kommt ein Schlüssel zum Einsatz, mit dem das System nur noch auf „Hardware dieses Herstellers“ läuft.
Die Installation des RC1 in der Variante Business verläuft auf einem neuen MAXDATA 600 IW –Notebook schnell und reibungslos, alle Geräte werden auf Anhieb erkannt.
Nach dem ersten Start wird der Benutzer erst einmal von der neuen Aero-Oberfläche begrüßt: halbtransparente Rahmen um die Fenster und sanft auf und zuklappende Dialoge verwöhnen das Auge des Betrachters, erfordern aber auch einiges an Rechenleistung. Die neue Sidebar im rechten Bereich des Destops bietet mit sog. Gadgets, kleinen Hilfsprogrammen, Zugriff auf wichtige Informationen wie z.B. die aktuelle Uhrzeit. Grob geschätzt läuft Windows Vista ca. 40% langsamer als Windows XP. Das wird sich aber erfahrungsgemäß noch ändern, da hier eine Vorabversion (Vista) gegen eine bewährte Installation (XP) antritt, also erstmal abwarten.
Die neue Betriebssystem-Version soll zum sichersten Windows aller Zeiten werden, hierfür hat Microsoft tief in die Trickkiste gegriffen: die neue Benutzer-Konten-Steuerung (User Account Control, UAC) verwehrt allen Benutzerkonten Schreibrechte in die Systemverzeichnisse, so daß Viren und Trojaner sich nicht mehr so leicht in das System einnisten können. Wenn eine Anwendung dies machen will dann dunkelt sich der Bildschirm ab und der Benutzer wird aufgefordert, die Aktion zu bestätigen. Während der Ersteinrichtung geschieht dies sehr häufig, so daß der Benutzer diese Dialog evt. auch einmal vorschnell wegklicken wird.
Weitere Sicherheitsmaßnahmen wie Windows Defender, eine verbesserte Firewall, der überarbeitete Internet Explorer 7 und ein Phishingfilter bringen nun bereits von Haus aus eine erhöhte Sicherheit mit.
Neu ist auch die Complete-PC-Sicherung genannte Funktion, die im laufenden Betrieb ein Abbild der Festplatte (Image) erstellt, welches sich mit der Installations-DVD zurückspielen läßt.
Die Systemsteuerung wurde gründlich überarbeitet, wer nach einer bestimmten Einstellung sucht kann hier erhebliche Zeit investieren. Praktisch und ausgereift ist hier die Möglichkeit, per Suchbegriff schnell den gewünschten Dialog zu finden.
Die Einrichtung und Diagnose von Netzwerkverbindungen wurde deutlich aufpoliert, in übersichtlichen Darstellungen kann man jetzt erkennen wo es evt. klemmt.
An Windows Vista führt kein Weg vorbei, deshalb muß sich jedes Unternehmen früher oder später mit dem Thema befassen. Die erhöhten Sicherheitsstandards machen das Betriebssystem sehr sicher, diese Funktionen können aber bereits heute mit Freeware problemlos in eine Windows-XP Version implementiert werden. Es bleibt zu hoffen daß die geringe Geschwindigkeit Merkmal der Vorabversion bleibt. Auf der Negativ-Seite stehen der vermehrte Aktivierungszwang und die Einführung des DRM (Digital Right Management) die das Abspielen oder Kopieren von CD und DVD manchmal verhindern dürfte.
Fazit:
Angesichts der wenigen wirklich nützlichen Neuerungen mit Alleinstellungs-Merkmal, der hohen Hardware-Anforderungen und der erwarteten hohen Preise für Windows Vista empfehle ich meinen Kunden, auf bestehender Hardware so lange wie möglich mit Windows XP weiterzuarbeiten.
Bei der Anschaffung neuer Geräte sollte hingegen darauf geachtet werden, daß das neue Betriebssystem bereits installiert ist bzw. daß ein Gutschein dafür beiliegt.
Nachtrag vom 31.1.2007:
Seit 3 Tagen läuft Windows Vista Business auf einem MAXDATA Notebook IW600 mit Dual Core und 512 MB RAM. Das einstmals (unter Windows XP und Office 2003) schnelle Notebook ist nicht mehr wiederzuerkennen: die Zeit bis zum Anmeldebildschrim erscheint ewig, Programme starten sehr langsam, die WLAN Funktion glänzt mit niedrigsten Übertragungsraten. Das ehemalige schnelle Arbeitsgerät hat sich in einen störrischen Ackergaul verwandelt, auch ein Hardwareupdate auf 1024 MB RAM brachte nur gringe Besserung. Möglich, daß ein Gerätetreiber nicht mit Vista harmoniert, daher gibt es an dieser Stelle noch keine abschließende Beurteilung, sondern nur die Hoffnung darauf den Übeltäter zu finden.
Nachtrag vom 15.2.2007:
Nachdem nun alle Vista-Treiber für das Notebook erhältlich und installiert sind hat sich die Geschwindigkeit, insbesondere beim Starten und Beeenden von Vista, etwas erhöht. Insgesamt ist das Notebook aber immer noch deutlich langsamer als unter Windows XP. Hier muß jeder User selber abwägen, ob er den Geschwindigkeitsverlust in Kauf nimmt um die Vorteile des neuen Betriebssystems zu nutzen. Ich hoffe, dass sich im Rahmen der Produktpflege und mit dem Erscheinen des einen oder anderen Service-Packs für Windows Vista noch eine Verbesserung einstellt
Autor: M. Plank
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Links zum Thema von Microsoft
Windows Vista – Produktübersicht für IT-Experten
Wichtige Gründe für ein Upgrade

