Datum: 08.02.2012

Zahlungsbilanz und Leistungsbilanz



Die Zahlungsbilanz ist die  Aufzeichnung aller ökonomischen Transaktionen (Stromgrössen) einer Volkswirtschaft  mit dem Ausland innerhalb eines Zeitraumes. Die Aufzeichnung erfolgt nach dem Prinzip der doppelten Buchführung, d. h. zu jeder Buchung muss eine Gegenbuchung erfolgen. Daraus folgt, dass die Zahlungsbilanz muss immer ausgeglichen sein. Obwohl bei den Teilbilanzen können Defizite und Überschüsse auftreten. Nach den Richtlinien des Internationalen Währungsfonds besteht eine Zahlungsbilanz aus der Leistungsbilanz und der Kapitalbilanz, sowie Vermögensübertragungen und Restposten.  Alle Gütertransaktionen werden in der Leistungsbilanz (Saldo LB) gebucht und die Finanztransaktionen in der Kapitalbilanz (Saldo KB).

 

ZB = LB + KB + VÜ + RP = 0

 

Die Leistungsbilanz besteht aus verschiedenen Teilbilanzen, die zusammen den Saldo der Leistungsbilanz ergeben. Die Teilbilanzen der LB sind:

– Handelsbilanz (der Warenverkehr)

– Dienstleistungsbilanz (die Dienstleistungen)

– Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen (die Arbeits- und Kapitaleinkommen)

– Transferbilanz (die laufenden Übertragungen)

 

Man spricht von einem positiven Leistungsbilanzsaldo, wenn die Exporte die Importe übersteigen.

 

LB = Handelsbilanz + Dienstleistungsbilanz + Übertragungsbilanz

Handelsbilanz = Exporte – Importe

 

In der Kapitalbilanz werden alle Finanztransaktionen gegenüber dem Ausland erfasst. Kapitalbilanz wird in vier Teilbilanzen unterteilt:

– die Direktinvestitionen aller inländischen Unternehmen in den ausländischen und umgekehrt,

– Wertpapiere (Aktien, Investmentzertifikate),

– Finanzderivate (Termingeschäfte),

– langfristigen und kurzfristigen Kreditverkehr

Die entsprechende Formel hierfür ist KB = Kapitalimport – Kapitalexport

Der Devisenbilanzsaldo erfasst die Veränderung der Nettoauslandsposition (NAVz) der Zentralbank, die auch als Währungsreserve (WR) bezeichnet wird.

DB = delta NAVz = delta WR

Wie es schon oben erwähnt wurde die doppelte Buchführung ist der Hauptprinzipder Zahlungsbilanz. Es ist relativ einfach zu verstehen: wenn private oder juristische Personen die Leistungen aus dem Ausland erhalten, müssen sie für diese Waren oder Dienstleistungen bezahlen und umgekehrt. Nach jeder Leitstungstransaktion folgt die Finanztransaktion, die bestimmte Wirkung auf die Leistungs- und die Kapitalbilanz hat.

 

Die Rolle der Zentralbank

Die Zentralbank kann intervenieren wenn es im Inland Ungleichgewichte gibt. Also, ein Ausgleich der Kapitalbilanz kann durch die Zentralbank erfolgen. Wenn Kapitaldefizit im Inland besteht (d. h. Kapital wird aus dem Ausland importiert), kann ein Abwertungsdruck auf die heimische Währung geben. Bei Kapitalexport besteht ein Aufwertungsdruck im Vergleich zur Währung des Handelspartners. Um diese Wechselkursänderungen auszugleichen und deren Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft gering zu halten, greift die Zentralbank ein. Zum Beispiel, wenn es eine Devisennachfrage gibt, verkauf die Zentralbank die Devisen an Inländer, damit sie keine Kredite im Ausland aufnehmen. Im Extremfall wird das komplette Leistungsbilanzdefizit von der Zentralbank finanziert.

 

Die Rolle des IWF

Die zentrale Aufgabe des Internationalen Währungsfonds ist es, Ländern mit Zahlungsbilanzproblemen finanziell zu helfen. Das Hauptziel des IWF ist mit den Krediten ein ausgeglichenes Wachstum des Welthandels zu erreichen.

 

Autor: S. Shramko

 

 

 


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