Zuchtperlen, die Schönheit der Natur
Ich arbeite jeden Tag mit Zuchtperlen (Fa. „Pearls!)“ und musste oftmals feststellen, dass Perlen getragen werden, doch nur wenige etwas darüber wissen und daher verfasse ich diesen Artikel. Immer wieder habe ich Kundinnen, die mir voller Stolz erzählen: „Ich habe aber eine echte Perlenkette!“ Auf die Frage durch was das festzustellen sei wird dabei häufig mit dem Preis argumentiert und das ist schon der erste Irrtum. Nur weil die Kette teuer ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es sich um Zuchtperlen handelt. Viele Händler verkaufen selbst Plastik sehr teuer. Hingegen kann man eine Süßwasserzuchtperlenkette schon ab 15,00 € erhalten. Die Echtheit hat nicht immer etwas mit dem Preis zu tun. Generell unterscheidet man zwischen Süßwasserzucht und Salzwasserzucht. Dabei ist Süßwasser etwas günstiger, da die Zuchtperlen normalerweise keinen so schönen Lüster aufweisen und normalerweise auch nicht so perfekt rund sind wie Salzwasserzuchtperlen (obwohl es inzwischen schon fast perfekt runde Süßwasserzuchtperlen auf dem Markt gibt, sogar in der außergewöhnlichen Größe von 13 mm!). Die Salzwasserzuchtperlen unterteilen sich nochmals in Unterkategorien. Dabei unterscheidet man Tahitizuchtperlen, Südseezuchtperlen und Akoyazuchtperlen. Die Tahitizuchtperlen sind farblich leicht von den anderen zu unterscheiden, da diese normalerweise eine Naturfärbung von Silber - grau bis Anthrazit - Schwarz aufweisen. Die Südseezuchtperlen, die wohl zu den teuersten Zuchtperlen gehören sind oft weiß (mit einem leicht silbernem Schimmer), jedoch auch in gold-, rosé-, oder auch lachsfarben zu bekommen. Charakteristisch für Südseezuchtperlen ist die Größe (ab 8 - 21 mm). Während bei Süßwasserzuchtperlen in der Regel Gewebeteilchen eingesetzt werden, pflanzt der Züchter bei Salzwasserzuchtperlen einen wirklichen Kern (oft Perlmutt) ein. Um den Wert einer Perle zu bestimmen, müssen einige Faktoren beachtet werden. Eine entscheidende Rolle ist der Lüster. Dabei ist der Glanz gemeint, der auf die Dicke der Ummantelung des Kernes schließen lässt und zeigen kann wie lange die Perle in einer Muschel „reifen“ durfte. Bei einer Perle von guter Qualität kann man sein Spiegelbild sehen. Auch die Form ist wichtig und es wird im Normalfall eine möglichst runde Form angestrebt, wobei auch eine ausgeprägte Tropfenform auch den Preis entscheiden kann. Die Oberflächenbeschaffenheit sollte bei einer sehr guten Zuchtperle annährend makellos sein (gem. Preis / Leistung). Nicht zu vergessen ist die Größe. Eine Akoyazuchtperle beispielsweise gilt ab einer Größe von 8mm schon ab selten, genauso wie auch die Süßwasserzuchtperlen. Generell gilt, je größer eine Perle, desto wertvoller ist sie, wobei der Wert überproportional mit zunehmender Größe steigt. Ich hoffe mit diesem Artikel ein wenig über Zuchtperlen aufgeklärt zu haben und möchte zum Schluss allerdings noch anmerken, dass es sinnvoll ist, egal wie die Bewertungskriterien ausfallen immer die Perle zu wählen, die am besten zu dem Träger passt, denn manchmal ist es wie bei den Menschen und ein kleiner Fehler macht die Perle erst liebenswert.
Autor:
Juwelier Christoph Merkel
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